Sprungtraining – Yoko-Tobi-Geri – Kata Kanku Sho

yokotobigeri

Dieser Artikel soll eine mögliche Herangehensweise an den zweiten Sprung in der Kata Kanku-Sho aufzeigen. Hierbei wird auf die Sprungvariante Yoko-Tobi-Geri (Landung Ushiro-Geri) eingegangen und diese auch als Trainingsziel definiert.

Dies soll nur als Ergänzung zu den vorangegangenen Beiträgen zum Thema Sprungtraining dienen. Vielleicht ergeben sich für den einen oder anderen neue Trainingsideen.

Die Theorie zum Sprung – Yoko-Tobi-Geri / Ushiro-Tobi-Geri

Theoretische Überlegung: Selbst wenn man beim Sprung nur 0,5 Sekunden in der Luft bleibt, und Messungen von Sportuniversitäten ergeben haben, das zum Beispiel ein Karateka den Fußtritt Yoko-Geri mit bis zu 10-14 Meter pro Sekunde beschleunigen kann, ergibt sich ein interessanter Sachverhalt!

Denn der Stoß bzw. die Hacke beim Yoko-Geri legt gerade einmal einen knappen Meter (je nach Beinlänge) zurück, so braucht man lediglich 0,1 bis 0,07 Sekunden für den Tritt. Etwas mehr Zeit ist vielleicht notwendig um das Bein wieder korrekt in Ausgangsposition zurück zuziehen. Also braucht man für den Tritt in der Luft nicht einmal die Hälfte der Zeit, die man zur Verfügung hätte!

Und da die Masse des Unterschenkels gerade einmal 5% der Gesamtkörpermasse beträgt, benötigt man für den Tritt auch noch relativ wenig Energie…

Die Stellschrauben lauten also: Sprungkraft (Maximal- und Schnellkraft) und Koordination/Technik (Bewegungsablauf optimieren, keine unnötigen Bewegungen, klein machen/Knie zur Brust)…

Die Praxis – 6 Schritte zum Erfolg

Ich habe mir erlaubt, den Sprung in 6 Schritte bzw. Einzelteile zu zerlegen, um einen strukturierten Fahrplan zu haben, wie man diesen doch sehr speziellen Sprung realisiert. Ein kurzes Video mit allen Trainingsschritten in Kurzform habe ich zusammengeschnitten. Dieses steht weiter unten und auf YouTube bereit. Viel Spass beim Üben! :-)

Schritt 1 – Gerade hochspringen

Zunächst ganz einfach gerade hochspringen, und Knie in Richtung Brust bringen. Dies dient vor allem erstmal dazu um Höhe zu gewinnen und den Absprung zu trainieren. Hier hilft das Training aus den vorherigen Beiträgen zum Sprung-, Kraft- und Koordinationstraining.

Schritt 2 – In der Luft wenden

Im nächsten Schritt springen wir wieder zunächst gerade hoch, und versuchen dann in der Luft um 180 Grad zu wenden.

Schritt 3 – Yoko-Tobi-Geri trainieren

Dies kann man relativ schnell lernen, indem man den Tritt zum Beispiel gegen einen Sandsack ausführt, der gegen eine Wand gelehnt ist. Eine Weichbodenmatte Weichbodenmatte in der Turnhalle tut es aber auch! :-) Sollte man noch Hemmungen haben beim Hochspringen auszutreten, kann man den Yoko-Geri auch erstmal noch üben, indem man diesen im Stand ausführt. Später kann man dann einfach gegen die Matte/Sandsack hüpfen und beim Aufsetzen des Fußes auf dem Hindernis sich gleich wieder abdrücken. So bekommt man zeitnah ein Gefühl für die Technik. Wenn man ein Gefühl für den Brennpunkt der Technik Yoko-Toki-Geri hat, geht man weiter zum nächsten Schritt.

Schritt 4 – Yoko-Tobi-Geri verbessern

Jetzt versucht man den Fußtritt in der Luft auszuführen – ganz ohne Widerstand oder physisches Ziel. Den Zielpunkt muss man sich denken. Ich persönlich versuche beim Springen etwa auf die eigene Kinnhöhe ca. 1,5 Meter entfernt von mir zu zielen. Wichtig ist, dass man das Hauptaugenmerk noch nicht so sehr auf das Landen lenkt, sondern auf das saubere Hochspringen, und das exakt getimte Heraustreten des Yoko-Geri. Die Geschwindigkeit ist ebenfalls sehr wichtig. Hier sollte man versuchen ein Gleichgewicht zwischen Sauberkeit der Technik und Ausführgeschwindigkeit hinzubekommen. Ein schmaler Grad, der bei jedem individuell ist. Hier hilft nur ausprobieren, bis man sich wohl im Sprung fühlt. :-)

Schritt 5 – Zusammenbauen und testen!

Im Schritt 5 sollten wir bereits gerade-hoch-Springen, den-Körper-in-der-Luft-Drehen und schnell-und-kontrolliert-einen-Yoko-Tobi-Geri-Treten beherrschen. Das Landen an sich und der Ushiro-Geri während der Landung wurde bereits in den vorherigen Beiträgen (Sprungtraining Teil 1-3) erläutert. Nun kann man anfangen all die Teilfragmente zusammen zuführen, und einen Gesamtablauf zu koordinieren. Hierbei sollte man auch schon versuchen die Position wie in der Kata einzunehmen, und dann heißt es üben, üben, üben… Immer wieder nur diese eine Gesamtsequenz von der Ausholbewegung vor dem Sprung bis zum Aufstehen nach dem Sprung in Shuto-Uke Kokutsu-Dachi.

Schritt 6 – Wiederholen bis die Oberschenkel brennen…

Das Ganze aus Schritt 5 sollte dann wiederholt werden bis die Oberschenkel brennen. Spätestens nach dem 4-5 Sprung wird es wahrscheinlich bei den meisten wieder etwas unsauberer, was die Ausführung angeht. Umso wichtiger ist es, dass man sich auch hier nochmal die Landung genauestens ansieht und optimiert, auch um Verletzungen und Langzeitschäden durch falsches Landen vorzubeugen. Hinweis: Sprungtraining am Besten immer in einer gesonderten Trainingseinheit!

Auch wenn der Sprung schon ganz gut klappt, sollte man die Koordinations- und auch die Kraftübungen aus dem Sprungtraining hin und wieder in seinen Trainingsplan einbauen. Denn das Sprungtraining trainiert nicht nur das Springen, denn sorgt u.a. auch gerade im Karate auch für einen festen stabilen Stand!

Fazit zum Yoko-Tobi-Geri aus Kanku-Sho

Ich weiß, dass mein Sprung auch noch nicht 100%ig ist. Besser geht immer! Gerade das macht mir persönlich solchen Spaß am Training – es gibt immer etwas zu tun und zu verbessern. Langweilig wird es so auch die nächsten Jahrzehnte nicht. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Training.

Update: Mikazuki-Geri Vs. Yoko-Tobi-Geri

yoko tobi geri kickNochmal ein kleiner Ausschnitt aus einer der letzten Trainingseinheiten. Kata Kankusho – Sprung 2 – Diesmal Variante 1 Mikazuki-Geri und Variante 2 Yoko-Tobi-Geri im Vergleich. *Video wurde entfernt.*

Wie im vorherigen Post bereits schon erwähnt reicht es wenn man die ursprüngliche Variante (Mikazuki-Geri) des zweiten Sprungs in der Kata Kankusho beherrscht, aber für den Wettkampfbereich finde ich persönlich die Variante mit Yoko-Tobi-Geri schöner. Wie so oft alles Geschmackssache!

Zuletzt bearbeitet: 25. Februar, 2019
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