Projekt: Makiwara 2.0

Der Makiwara – Karate-Trainingsgerät

Ein Makiwara ist ein aus Japan stammendes Sportgerät, welches man im Karate vor allem als Schlagpfosten aus Holz kennt. Früher (und zum Teil heute noch) fertigt man einen Makiwara aus einem biegsamen und nicht-splitternden Holzbrett. Das eine Ende des Brettes wird senkrecht in den Boden getrieben, und das andere Ende im oberen Bereich (ca. 10-20cm) mit Reisstroh oder heute eher mit Schaumstoff und (Kunst-)Leder umwickelt. Dieser obere Teil dient als Schlagpolster bzw. Trefferfläche. Inzwischen gibt es auch andere Varianten des Makiwara. Eines davon ist das Wand-Makiwara, welches meistens aus mehreren dünneren Bretterschichten besteht, welche durch eine eingearbeitete Feder aus Metall zusätzlich auseinander gehalten werden. Der Vorteil solcher Wand-Makiwara ist, das Sie leicht zu montieren sind, und relativ wenig Platz benötigen. Allerdings sind Sie sehr laut wenn man an Ihnen arbeitet, sodass eine Dämmerung zwischen Wand und Makiwara absolut zu empfehlen sind. Hier zwei Abbildungen von Wand-Makiwaras.

makiwara1

 

 

 

 

 

 

Projekt: Makiwara 2.0 – Selber bauen – Makiwara meets iPad

Motto: Alt bewertes durch neue Technik erweitern!

Es gibt bereits unzählige Bauanleitungen im Internet, wie man einen Makiwara herstellt. Mein Eigenbau ist daher absolut nicht neu, aber alternativ und vor allem funktional. Ich habe versucht mir so wenig Arbeit wie nur möglich zumachen. Daher nutze ich auch (zumindest erst einmal) Wand-Makiwara welche ich in einem Onlineshop kaufte. Die restlichen Bauelemente welche benötigt werden sind für einige wenige Euros zu bekommen. Eine ausführliche Liste der Materialien folgt weiter unten. Der mit Abstand teuerste Posten auf der Liste wird das iPad/iPhone bzw. Android-Tablet (Android-App folgt sicher noch…) sein. Ich habe vor, mein iPad zu nutzen, um das Makiwara-Training zu erweitern. Es soll unter anderem dazu dienen, die Schlagkraft indirekt über den Bewegungssensor zu messen. Die Reaktionszeit soll ebenfalls geschult werden, indem es z.B. das Signal zum Schlagen eines Gyaku-Zuki gibt, und die Reaktionszeit misst, bis der Schlag am Makiwara ankommt. Das Ganze sollte grafisch hübsch aufbereitet und ausgewertet werden können, um seinen Trainingserfolg ggf. in Zahlen ablesen zukönnen. Es gibt sehr viele Übungen, welche man ganz Hervorragend am Makiwara ausführen kann, allerdings fehlte meiner Meinung nach immer eine gewisse Dynamik in der Sache. Wer hat schon Lust zu heutiger Zeit, wie die alten großen Meister, sich täglich vor ein Makiwara zu stellen, und 10.000 Zukis davor zuschlagen. Nicht das ich etwas gegen ein anständiges und ausgiebiges Makiwara-Training hätte, aber ab und an darf es doch auch gern mal was anderes mit etwas mehr Bewegung sein! Davon ab, experimentiere ich gern mit neuen Trainingsmethoden, damit es nie langweilig wird, und um zu sehen, ob eine Methode vielleicht ein besseres Ergebnis bringt…Bekanntlich führen viele Wege nach Rom…

Problem 1: Die Geräuschkulisse!

Mich persönlich (und vor allem meine Nachbarn) hat immer gestört, das der Makiwara sehr laut ist, wenn man dagegeben schlägt. Eine Dämmung musste her, welche die Geräuschkulisse drastisch reduziert!

Problem 2: Die Technik (das iPad/Tablet)!

Die Technik des iPad oder sonst eines Tablets ist mehr oder weniger empfindlich. Daher wäre es keine gute Idee Druck oder andere physische Belastung auf das Gerät zu bringen. Es muss eine Lösung her, sodass das iPad zwar nah genug am Makiwara ist, um den Schlagimpuls beim Auftreffen der Faust am Makiwara messen zu können, allerdings darf es dadurch auf keinen Fall beschädigt werden!

Grundgerüst, Material und Vorschau – Makiwara 2.0

makiwara_ausbaustufe3Material:

• 1 Holzbrett (ca. 40x60cm)
• 1-2 Wand-Makiwara (wenn man sich hierfür entscheidet, können einige Schrauben und Scharniere vom Wand-Makiwara verwendet werden.)
• ca. 80cm lange Holzleiste, ca. 2,5cm breit (z.B. von einem alten Bilderrahmen) • 2 kleine Metallscharniere
• 4 Dübel und passende Schrauben (4,5-6cm lang, 1cm Durchmesser)
• 6-8 Holzschrauben (1cm lang)
• 6-8 Holzschrauben (2-2,5cm lang)
• 12 Holzschrauben (4cm lang)
• 12 Filz-Untersetzer (welche man normalerweise unter Tisch und Stühle klebt)
• 1 Rolle Fensterabdichtung für innen (Schaumstoffschicht auf Doppelseitigem Klebeband)
• 1 iPad (folgt: Android-Tablet)

Werkzeug:

• Bohrmaschine und Stein- sowie Holz-Bohrer
• Akku-Schrauber / Schraubendreher
• Holz- oder Stichsäge
• Zollstock
• Schreibutensilien (Blatt Papier, Kugelschreiber/Bleistift)
Zunächst werden alle Schrauben und Halterungen auf der Rückseite des Wand-Makiwara entfernt.

makiwara2

Als nächstes Zeichnen wir die gewünschten Positionen der Trefferflächen auf. Hier werden später die Wand-Makiwara angeschraubt. Im oberen Bereich ca. 10cm Platz lassen, da dort die Halterung für das iPad montiert wird. Wenn alles angezeichnet ist, können die Löcher gebohrt werden.

makiwara5

 

Jetzt den (oder die, je nachdem ob ihr einen oder zwei Trefferflächen anbringen wollt) Wand-Makiwara an das Trägerbrett anschrauben. Hier kommen nun auch die Filz-Untersetzer zum Einsatz. Einfach die Schrauben jeweils durch das Trägerbrett drehen, auf der anderen Seite durch einen Filzuntersetzer, und weiter in den Makiwara, sodass das Holz vom Makiwara und Trägerbrett durch den Filz getrennt werden. Das Ganze sehr fest verschrauben!

makiwara6

Nun basteln wir uns eine iPad-Halterung. Hierzu wird zunächst der Umriss des iPads aufgezeichnet. Nach dieser Schablone wird ein Rahmen aus der Holzleiste zusammen geschraubt, und innen mit der Fensterdichtung gepolstert.

makiwara3

Jetzt kann die iPad-Halterung am Trägerbrett befestigt werden. Zu beachten ist, dass das iPad zwischen Rahmen und Trägerbrett gut halt findet. Es muss sich gut in die Halterung schieben und wieder entfernen lassen, und es darf nur durch die Schaumstoffisolierung gehalten werden. Zuletzt noch die 4-6 Befestigungspunkte an der Wand anzeichnen, Löcher bohren, Trägerbrett anschrauben und fertig! :-)

Makiwara Ausbaustufe 3

makiwara_ausbaustufe3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erster Software-Test – Reaktionstraining:

 

Software Beta3 – Reaktions-, Koordinations- und Ausdauer-Training

Software Beta 4 – Zielübungen

mocap_kumiteNeben dem Reaktionstraining sind jetzt auch Ziel-Übungen möglich. Fäuste (Rote Schoner) werden von der Software erkannt (Gelber Punkt). Füße (Blaue Schoner) werden erkannt (Lila Punkt). Die Erkennung des Schädels (grüner Punkt) auch keine große Sache, wenn Angriffsdistanz gegeben. Das Problem bleibt aber das Alte -> die Front-Kamera vom iPad ist einfach bescheiden, und der Algorithmus ist auch noch nicht optimal, denn 16 Bilder pro Sekunde sind einfach zu wenig, oder man müsste die Techniken langsamer ausführen, was aber wenig Sinn macht in Bezug auf den angestrebten Trainingserfolg….Ich denke ich motte das Projekt ein, aber lustig war das Proggen allemal. ;-)

 

Zuletzt bearbeitet: 28. Juli, 2016
Tags: , , , , ,

Verwandte Beiträge

Sprungtraining – Yoko-Tobi-Geri – Kata Kanku Sho

Dieser Artikel soll eine mögliche Herangehensweise an den zweiten Sprung in der Kata Kanku-Sho aufzeigen. Hierbei wird auf die Sprungvariante Yoko-Tobi-Geri (Landung Ushiro-Geri) eingegangen und diese auch als Trainingsziel definiert. Dies soll nur als Ergänzung zu den vorangegangenen Beiträgen zum Thema Sprungtraining dienen. Vielleicht ergeben sich für den einen oder anderen neue Trainingsideen. Die Theorie zum […] Weiterlesen »


App des Deutschen Karate Verbands e.V.

Die offizielle App des Deutschen Karate Verbands e.V. Features und App-Beschreibung: Zugriff auf 26 Shōtōkan Kata Trainingsvideos Anzeige der offiziellen Prüfungsordnung Bundesweite Suche nach Vereinen mit Filtern nach Ort und Stilrichtung Anzeige von Karatevereinen auf der Karte Karate ist ein Kampfsport, dessen Ursprünge bis etwas 500 Jahre n. Chr. zurückreichen. Chinesische Mönche, die keine Waffen […] Weiterlesen »


6 Jahre Karate und Training in 7 Minuten

Im Jahr 2009 entdeckte ich Karate für mich und als ich 2014 langsam in Richtung Dan-Prüfung (1. Dan 2015) Schritt, erstellte ich aus dem Anlass heraus diesen kleinen Ausschnitt aus meinem Karate-Leben. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen auch sich selbst zu motivieren und stetig am Ball zu bleiben. Ich hoffe euch gefällt es! […] Weiterlesen »


Essen vor dem Training?! Wann und vor allem was?!

Das Thema Essen vor dem Training ist ja bekanntlich so eine Sache. Isst man zuviel oder zu Fett (Fastfood, Döner, Schweinshaxe mit Klösen und dicker Soße, etc.) ist Bewegung schwierig, und führt wie jeder weiß zu Bauchschmerzen und z.B. Unwohlsein. Es ist daher für ein effektives Training enorm wichtig was man ist, und auch wann! […] Weiterlesen »


Neuer Trainingsreiz durch Elevation Training Mask

Die Feiertage an denen Gut gegessen wurde sind vorbei! Das neue Jahr ist da, und schnell wird deutlich, dass plötzlich hier und da mehr Körperspeck existent ist. Zumindest ging es mir so. ;-) Natürlich ist das Training schon wieder voll im Gange, und an der Sommerfigur wird hart gearbeitet, allerdings wurde es nun mal wieder […] Weiterlesen »