Kampfkunst – Training – Ziele : Motivation ist Alles!

Wer von euch kennt es nicht?! Man trainiert wie besessen auf ein Trainingsziel hin, oder hungert sich krampfhaft zum Wunschgewicht. Im Grunde genommen spielt es auch keine Rolle über welche Art von Ziel man hier spricht, denn von Diät bis Trainingserfolg, oder die nächste Stufe auf der Karriereleiter im Job. Der Verlauf ist oft identisch! In den ersten Tagen und Wochen nachdem man das Ziel definiert hat läuft alles zunächst nach Plan, und man ist motiviert dieses Ziel auch zu erreichen. Diese Motivationskurve variiert im Laufe der Zeit erheblich. Natürlich ist dies auch der jeweiligen Tagesform und äußeren Umstände geschuldet, jedoch bleibt ein Grundproblem: Die Zeit!

Die Zeit als Motivationskiller

Im Karate, genau wie in anderen Kampfkünsten, erzielen gerade Neueinsteiger und Anfänger sehr schnell große Trainingserfolge. Umso mehr es dann von der Grob- zur Feinstform (z.B. Feinheiten der einzelnen Techniken und Bewegungsabläufe) geht, flacht die Erfolgskurve mehr und mehr ab, was dann auch zur Demotivation vieler führt. Vom Weiß- bis zum Schwarzgurt vergehen immerhin etliche Jahre. Einige schaffen es bis zum Dan (Schwarzgurt) in 5 Jahren, andere brauchen 8 Jahre, völlig egal! Im Endeffekt ist es ein Weg der einen sein gesamtes Leben lang begleitet, denn auch nach dem 1. Dan ist nicht schluss. So mancher sagt, die Reise beginnt ab diesem Zeitpunkt erst! Viele Karateka hören mit Orange-, Grün- oder Blaugurt auf weil es ab diesem Zeitpunkt oft nurnoch langsam voran geht. Erstaunlicherweise auch nach Jahren des Trainings wirft so mancher Braungurt hin, und selbst beim Erreichen des 1. Dan hört so mancher plötzlich auf. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Menschen, aber ich denke beim Großteil wiegt der Faktor Zeit schwer…

Kurz gesagt, es geht den Trainierenden nicht mehr oder nicht schnell genug voran! Das gleiche Phänomen kann man in so gut wie allen Bereichen des Lebens wiederfinden, egal ob Meister einer Kampfkunst oder Chef in der Firma mit unzähligen Angestellten, all das wird man nicht über Nacht bzw. von heute auf morgen. Zum Erfolg führt nur der Weg den man sich wörtlich oder im Übertragenen Sinne mit viel harter Arbeit, Blut und Schweiß erkämpft hat. ;-)

Motivationslevel hochhalten! Aber wie?

Die Frage, wie man den eigenen Motivationslevel möglichst hoch halten kann, ist nicht einfach zu beantworten. Schon allein weil nicht jeder Mensch gleich „tickt“, gibt es kein Patentrezept für diese Problematik. Ich möchte jetzt auch nicht versuchen diese Frage zu beantworten, sondern vielmehr Möglichkeiten aufzeigen, die mir persönlich aus eigener Erfahrung mal mehr, mal weniger, geholfen haben.

1. Ziele definieren

Bevor man ein Ziel überhaupt erreichen, oder sich zumindest mal auf den Weg dorthin begeben kann, muss man es definieren. Schreibe deine Ziele auf! So hast du Sie vor Augen und das Ziel wird deutlicher als wenn man nur darüber nachdenkt. Man kann es quasi schon sehen! ;-)  Schreibe dir kleine Post-Its/Notizen und verteile dir diese in deiner Wohnung oder im Büro. So vergisst du nie,  was und wohin du willst!

2. Ablenkung bei Stagnation statt Frustration

Anstatt sich vom langsamen voran kommen frustrieren zu lassen, hilft es sich abzulenken. Schaue links und rechts deines Weges welche Möglichkeiten sich noch auftun. Auf das Karatetraining bezogen, wäre ein Ansatz, zwischendurch mal etwas anderes zumachen! Gerade im Karate wo man sehr viel Zeit damit verbringt, ein und dieselbe Technik hunderte und tausende male auszuführen, bis man diese beherrscht. Gehe Joggen, Biken, Schwimmen, mit dem Hund spazieren…Probiere neues für Körper und Geist, Qi-Gong, Yoga, Meditation…Auch ein Blick über den Tellerrand kann nicht falsch sein. Als Karateka darf man auch mal schauen was die trainierenden beim Taekwondo, Wushu Kung-Fu oder beim Kickboxen machen.

3. Spass haben!

Spass und Freude sind wohl die wichtigsten Aspekte auf dem Weg zu seinem Ziel! Wenn das Training keinen Spass macht, oder gar dröge bzw. langweilig ist, wer mag dann schon gern trainieren?! Natürlich heißt das nicht, das man Respekt, Disziplin und die Etikette im Dojo vernachlässigen soll. Die Grundeinstellung und Ernsthaftigkeit muss zu jeder Zeit gegeben sein, jedoch sollte man immer schön locker bleiben und ab und an mal lächeln! :-) Kritik nicht persönlich nehmen, dankbar für Verbesserungsvorschläge sein, und alles nicht zu verbissen sehen wenn mal etwas nicht so klappt wie man das gerne hätte. Das gilt gleichermaßen für Trainierende wie für den Trainer! ;-)

4. Inspiration suchen – Motivationssprüche und Lebensweisheiten

Manche finden es abgedroschen, mancher kann damit nichts anfangen, mir persönlich erhellt es die Stimmung wenn ich die ein oder anderen Zitate, Motivationssprüche und buddhistische  oder asiatische Lebensweisheiten lese, die tagtäglich im Internet gepostet werden. Beispiel gefällig?!

Der wichtigste Kampf, der im Dojo stattfindet, ist der Kampf gegen das eigene Ich. – Tanaka Masahiko – 8.Dan JKA Shotokan.

5. Wichtigkeit des Zeitfaktors eliminieren

Wie schon gesagt ist der Zeitfaktor ein echter Motivationskiller. Mir hat es immer sehr geholfen ein Langzeitziel in kleinere Teilziele zu zerlegen, und mich anhand der vielen kleineren Schritte weiter zu hangeln. Auch so kommt man früher oder später an sein großes Fernziel, hat auf diesem Wege aber deutlich mehr Erfolge zu vermelden, sodass die Motivationskurve nicht so drastisch abfällt oder sogar steigen kann. Jeder will beim nächsten Wettkampf Erster werden, aber es kann auch ein persönlicher Erfolg sein, nicht Letzter zu werden! In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg auf euren Wegen. ;-)

Zuletzt bearbeitet: 20. November, 2016
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