Iain Abernethy – Bunkai-Lehrgang in Achim

Am vergangenen Wochenende (14. – 15. Februar) fand in Achim der Bunkai-Lehrgang mit Iain Abernethy (6. Dan) statt. Organisiert und ausgerichtet wurde der Lehrgang von der Shotokan-Abteilung des TSV Achim. Geschätzte 100 bis 120 Karateka fanden den Weg nach Achim, um sich von Iain neue Ideen und Techniken aus den Bereichen Bunkai und Selbstverteidigung zu holen.

P1000747_1024x683Copyright / Fotos: TSV Achim

Auf dem Trainingsplan standen Bunkai und Drills zu den Katas Kanku-Dai/Kushanku (2 Trainingseinheiten a 2 Stunden) und Pinan/Heian Yondan (ebenfalls 2 Trainingseinheiten a 2 Stunden). Abgerundet wurde das Kursangebot durch eine Einheit zum Thema Karate Gripping-Skills (Clinchen / Greifen / Wurfeingänge) sowie einer weiteren Trainingseinheit zu Karate-Würfe und Takedowns.

Alles in allem mühten sich die Trainierenden an den 2 Tagen insgesamt für rund 14 bis 15 Stunden in der Halle ab. Abzüglich Pausen kamen die Teilnehmer so auf ein Trainingspensum von 11 Stunden an den beiden Tagen.

Schlusswort und persönliches Fazit

Das erstaunliche für mich persönlich war, das zum einen die Zeit rasend schnell vorüber ging, und zum anderen das es Iain Abernethy geschafft hat, für nicht eine Sekunde Langeweile oder gar Überforderung aufkommen zulassen. Neben seinen anschaulichen Erklärungen, welche er mit einer sehr humorvollen lockeren Art und Weise vortrug, beeindruckte mich auch immer wieder seine erstaunliche Präzision und Geschwindigkeit, mit der er die Techniken durchführte. Schön war der ständige Wechsel zwischen zuhören, und ausprobieren (oder wie Iain zu sagen pflegte: are you ok with that? go out and play! :D).

Die beiden Kata-Drills waren für mich einer der Highlights des Lehrganges. Statt immer nur eine sehr kurze Sequenz aus der Kata zu extrahieren und zu üben, wurde hier die jeweilige Kata an einem Stück direkt am Partner durchgeführt. So entstand ein richtig schöner Flow und man konnte so verschiedene Techniken aus sonst nie zu erreichenden Positionen üben. Eine wunderbare Ergänzung und wirklich tolle Art Wissen über Bunkai weiter zugeben.

Interessant und ein echtes Aha-Erlebnis war zum Ende hin, das man nahe zu jede Sequenz der Kata mit einer anderen Kombinieren konnte, um so zum Beispiel Konter des Gegners aufzunehmen und abzuwehren. Für mich ergab das Ganze einen völlig neuen Blick auf das was ich bereits zu wissen glaubte. Allein die Tatsache, welche sich aus dem Drill und dem Beispiel Kanku-Dai (z.B. 180 Grad Wendung Stoß und runter zum Boden) ergibt, dass nicht jede Richtungsangabe in der Kata zwangsläufig die Richtung des Angreifers wiederspiegelt, sondern auch die mögliche Bewegung und Neuausrichtung relativ zum Gegner selbst. Wer dabei war, versteht sicher was ich meine. ;-)

P1000946_1024x683Noch sympathischer macht Iain Abernethy, das er kein Geheimnis aus seinem enormen Wissen macht, sondern aktiv versucht, dass die Lehrgangsteilnehmer das Wissen auch mit nach Hause nehmen können. So durften alle Teilnehmer gegen Ende der jeweiligen Trainingseinheiten ihre Smartphones und Kameras rausholen, um Iain dabei zu filmen, wie er noch einmal den komplexen Gesamtablauf des Kata-Drills sowie die Wurf- und Hebeltechniken an einem Partner durchführte. So hat jeder Zuhause in Ruhe nochmal die Möglichkeit sich das erlernte anzusehen. Ganz großes Kino meiner Meinung nach! Auch in den Pausen stand er stets mit Rat und Tat zur Seite, erfüllte Autogrammwünsche, und war immer gut gelaunt für einen Plausch zu haben.

Ich persönlich würde jedem raten wollen, mal einen Lehrgang bei Iain zu besuchen! Es ist enorm was man für sich und sein Karate von Ihm mitnehmen kann. Auf seiner Homepage finden sich immer die aktuellen Lehrgangstermine. Im April ist er zum Beispiel wieder in Deutschland (Dresden) mit Bunkai zu den Katas Bassai-Dai und Bassai-Sho. ;-)
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Zuletzt bearbeitet: 17. Februar, 2015
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