Die fünf „Hand“ Kata

So ziemlich jeder der Karate im Shotokan-Stil (oder einem verwandten Stil) betreibt kennt die Kata Unsu (Wolkenhand). Es ist wohl die schwierigste und zugleich höchst entwickelte Kata im Shotokan-Karate. Darüber hinaus gibt es noch 4 weitere Hand-Kata gibt. Diese wurden neben vielen weiteren Kata von Sensei Tetsuhiko Asai (1935 – 2006) entwickelt, welcher Träger des 9. Dan (für seine Verdienste im Karatedo wurde ihm Postum der 10. Dan verliehen) im Shotokan-Karate war. Asai versuchte stetig, bis an sein Lebensende, sein Karate weiterzuentwickeln. So entstanden z.B. Kata wie Junro Shodan bis Godan oder auch Meikyo Nidan und Sandan, in welche er seine Erfahrungen u.a. aus dem Kumite einfließen ließ. Ein auch in Deutschland sehr bekannter Schüler von Asai ist der Neuseeländer Andre Bertel (6. Dan / JKA). Auf seiner Internetseite findet man viele interessante Artikel zum Karate-Do aber auch Informationen aus erster Hand zu Sensei Asai.

Warum noch 4 weitere Kata neben Unsu?

Asai sprach von natürlichen und effektiven Bewegungen die er lehren wolle. Unsu und die anderen 25 Shotokan-Kata waren dafür aus seiner Sicht mehr als ausreichend, allerdings versuchte er durch neue Kata und Bewegungen sich selbst und die Trainierenden auf Ihrem Karatedo weiter zu bringen. Zumindest geht das aus diversen Überlieferungen seiner Schüler hervor. Sensei Asai war der Ansicht selbst eine Kata reicht, aber völlig egal ob du eine Kata, 5 oder 90 Kata trainierst, wichtig ist nur, dass du trainierst.

5 Kata der Elemente

  1. Unsu / Unshu (Wolkenhand)
  2. Suishu (Mizu no te / Wasser Hand)
  3. Kashu (Hi no te / Feuer Hand)
  4. Roshu (Nami no te / Wellen Hand)
  5. Fushu (Kaze no te / Wind Hand)

Anstatt auf die Eigenheiten der einzelnen Kata einzugehen hat Andre Bertel in einem Artikel (The Natural Element Kata) aus dem Jahre 2008 eine schöne Erklärung nieder geschrieben, was Sensei Asai mit diesen Kata ausdrücken und lehren wollte. Dort ist von ruhigen Flüssen (Suishu) die Rede, die schlagartig zu Stromschnellen werden.  Von fluktuierender Energie von Wellen (Roshu) und Tsunamis, von Taifune und Tornados (Fushu), von unvorhersehbaren Bewegungen von Waldbränden (Kashu) und ähnlichem. Eine wunderbare Bildersprache die man kaum in Worte fassen kann, die aber sehr gut erahnen lässt, was Asai in seinen Kata weiter gab.

Schlusswort und eigene Gedanken

Ich persönlich finde den Ansatz von Asai gut nicht nur eine bzw. wenige Kata zu trainieren, um seine eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu verbessern, sondern vielmehr ständig hungrig und wissbegierig nach Neuem zu suchen. Das gilt natürlich nicht nur für das ausprobieren neuer Kata! ;-)

Der Karate-Do ist wie der Name schon sagt ein Weg, jedoch einer der niemals endet! Eine Lebensaufgabe, ein Inhalt, den es stetig zu optimieren, verbessern und erneut zu hinterfragen gilt. In diesem Sinne wünsche ich allen da draußen auch weiterhin viel Spaß und Freude auf euren Wegen. Karate-Do for life!

Eine kleine Motivation zum Abschluss

Schon etwas älter, aber trotzdem! Hier nochmal ein kleines Motivations-Video. Meine ersten 6 Jahre Karate und Training im Schnelldurchlauf, hoffe euch gefällts! :-)

Zuletzt bearbeitet: 31. Mai, 2016
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