Selbstverteidigung für Frauen

Spätestens seit der Silvesternacht in Köln und den damit verbundenen Gewalttaten und sexuellen Übergriffen ist Selbstverteidigung, insbesondere für Frauen, wieder ein großes Thema. Traurig aber wahr ist, das diese Straftaten so gut wie immer von Männern verübt werden, und das nicht selten in Gruppen von 2 oder mehr Leuten.

Oft sucht sich der oder die Täter ein körperlich vermeintlich unterlegendes Opfer, da der Täter hofft so auf möglichst geringen Widerstand zu stoßen. Die Taten reichen dann von Belästigung, Raub, körperliche Gewalt bis hin zu Vergewaltigung.

Spezielle Selbstverteidigungskurse für Frauen haben aktuell Hochkonjunktur und sollen Abhilfe schaffen, sodass sich Frauen im Ernstfall angemessen verteidigen können, um so einen Übergriff zu verhindern. Polizei-Statistiken zeigen das in 90% der Fälle ein Übergriff ganz oder zumindest teilweise verhindert wurde, in denen sich das Opfer tatkräftig zur Wehr setzte. Auf keinen Fall sollte sich die Frau einfach ergeben! Ich selbst habe in einem SV-Kurs von einer Frau auch schonmal gehört, das Sie sich in einem Fall von häuslicher Gewalt einfach ergeben und quasi tot gestellt hat, aus Angst der Angreifer würde wütend und noch gewalttätiger werden, wenn Sie sich wehre. In einem anderen Fall wurde eine Frau auf einem Spaziergang mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert. Sie ließ sich einfach fallen und schrie um Hilfe. Glücklicherweise war der Täter wohl so überrascht das er die Flucht antrat. Dies ist aber wohl eher die Ausnahme und sollte auf keinen Fall nachgeahmt werden!

Was kann Frau tun wenn Sie bedroht, begrapscht oder belästigt wird?

Ein Selbstverteidigungskurs kann auf keinen Fall schaden. Neben diversen Techniken zur Befreiung aus Griffen und Umklammerungen werden hier in der Regel auch Block-, Schlag- und Stoßtechniken gelehrt, um einen Angriff abzuwehren und um den Gegner unschädlich zu machen. Neben den technischen Aspekten lernen Frauen so auch den eigenen Körper (Fitness, Ausdauer) und die eigene Kraft besser kennen, und erfahren so was im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten liegt oder wie Sie diese ausbauen können.

Der Besuch von SV-Kursen kann auch helfen das Selbstbewusstsein zu steigern. In der Regel suchen sich Täter immer Opfer und keine Gegner auf Augenhöhe! Daher wird eine selbstbewusst auftretene Person seltener als mögliches Opfer „ausgewählt“, als eine Person die schüchtern mit gesenktem Blick und graues Mäusschen durch die Welt spaziert, um das Ganze mal etwas überspitzt zu formulieren.

Selbstverteidigungskurse werden u.a. von Polizei-Sportvereinen und Kampfkunst-/Kampfsport-Vereinen ausgerichtet. Die Angebote unterscheiden sich aber teilweise stark von Inhalt und Leistung. Daher empfiehlt sich vorab zu vergleichen.

Einen guten SV-Kurs erkennt man daran, das folgende Inhalte vermittelt werden:
– Theorie (sachliche Informationen) zum Vorgehen von Tätern, Tatorten, Täter-Opfer-Beziehung.
– Strategien und Prinzipien zur Deeskalation, Selbstbehauptung und Gewaltprävention.
– Stress-Tests, Umgang mit Wut und Angst.
– Spezifische Abwehr- und Angriffstechniken für Frauen die effektiv und einfach auszuführen sind.
– Training gegen Schlagpolster und am Partner unter möglichst realistischen Bedingungen.
– Nutzen von Alltagsgegenständen als Waffe (Regenschirm, Handtasche, Kugelschreiber, Schlüsselbund, …)

Selbstverteidigung mit Waffen

Eine weitere sehr gute Möglichkeit um insbesondere gewalttätige und sexuelle Übergriffe zu verhindern ist der Einsatz von Waffen. Sehr beliebt sind hier Elektroschocker (Elektroimpulsgeräte) das Pfefferspray oder auch Reizstoffsprühgerät genannt. Der Reizstoff ist in der Regel OC (Oleoresin Capsicum) und erzeugt auf Schleimhäuten wie Atemwege und Augen einen heftigen brennenden Schmerz. Die Reichweite liegt je nach Gerät zwischen 1-5 Meter. Ursprünglich wurden solche Sprays bzw. Sprühgeräte zur Tierabwehr genutzt. Heutzutage aber auch zur Personenabwehr. Der Reizstoff OC hat sich inzwischen auch bei der Polizei durchgesetzt, und das alte CS-Gas (2-Chlorbenzylidenmalonsäuredinitril) verdrängt, und kommt nun so gut wie weltweit bei Polizeieinsätzen bei denen Personenabwehr von nöten ist zum Einsatz.

Man sollte sich vor Anschaffung auf jedenfall ausführlich beraten lassen. Insbesondere sind eher Geräte mit Flüssigkeitsstrahl (FS) zu empfehlen, da diese zielgenauer eingesetzt werden können. Gerade Pfeffersprays die einen Sprühnebel erzeugen sind in geschlossenen Räumen und auch ausserhalb bei Wind und Wetter eher Suboptimal, da die Gefahr sehr groß ist sich selbst zu verletzen.

Eine riesige Auswahl an entsprechenden Produkte zur Selbstverteidigung gibt es unter anderem im Kampfkunst-Shop von Budoten.com und selbst bei Amazon (Pfeffersprays). In jeder größeren Stadt gibt es auch mindestens ein Fachgeschäft für solcherlei Zubehör zum Selbstschutz.

Zuletzt bearbeitet: 17. Mai, 2016
Tags: , , , , , , ,

tedokai.de - Weitersagen

Folge tedokai auf Facebook , Google+ , Twitter , Instagram und YouTube.

Verwandte Beiträge

Systema – Die modernisierte Version der altrussischen Kampfkunst

Systema, so lautet der heutige modernere Name der altrussischen Kampfkunst. Die Kampfkunst reicht bis in die Antike zurück, ist aber im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, und wurde nurnoch innerhalb Russlands weiter betrieben. Diese wurde zum Großteil von russischen Kriegern – Kosaken – entwickelt. Seit dem Mittelalter waren die Kosaken die Krieger (Berufssoldaten) Russlands, […] Weiterlesen »


Iain Abernethy – Bunkai-Lehrgang in Achim

Am vergangenen Wochenende (14. – 15. Februar) fand in Achim der Bunkai-Lehrgang mit Iain Abernethy (6. Dan) statt. Organisiert und ausgerichtet wurde der Lehrgang von der Shotokan-Abteilung des TSV Achim. Geschätzte 100 bis 120 Karateka fanden den Weg nach Achim, um sich von Iain neue Ideen und Techniken aus den Bereichen Bunkai und Selbstverteidigung zu […] Weiterlesen »


Karate-Technik: Shuto-Uke

Der Shuto-Uke ist ein Handkantenschlag der von innen (Schlüsselbein/Ohr) ausgeholt und nach aussen bzw. zur Mitte ausgeführt wird. Diese Karatetechnik kann sowohl als Abwehr- sowie als Angriffstechnik genutzt werden. Häufig wird der Shuto-Uke im Stand Neko-Ashi-Dachi oder Kokutsu-Dachi benutzt. Ziel- bzw. Trefferregion ist meist der Hals, kann aber auch z.B. der Arm sein. Zumindest im […] Weiterlesen »


Einfache Regeln zur Selbstverteidigung

Heute gibt es an dieser Stelle eine kleine Animation, welche in Blender (Software) entstand. Thema: Ein paar einfache Regeln zur Selbstverteidigung. Aber das Ganze bitte nicht allzu ernst nehmen ;-) Wie gesagt, es handelt sich lediglich um eine kleine Spielerei in der Animationssoftware Blender… Ich hoffe es gefällt – Viel Spaß! * Ton einschalten ;-) […] Weiterlesen »